Fachtagung in Teltow – Erzieher und Kinderschutz

Dass das Wohl und die Sicherheit des Kindes oberste Priorität haben, muss man wohl keinem erzählen. Der Kinderschutz darf deswegen nicht erst dann beginnen, wenn es einen Vorfall gegeben hat, sondern sollte ein grundlegender Standard sein. Das betonte Jörg Maywald, seines Zeichens Sprecher der „National Coalition“, die die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention anstrebt, auf einem Fachtag zum Thema Kinderschutz.

Besonders Erzieher und Tagesmütter folgten der Einladung, denn sie sind schließlich eine der wichtigsten Anlaufstellen zur Lösung des benannten Problems. Anlass war im Übrigen ein seit diesem Jahr geltendes Gesetz der Regierung, das Bundeskinderschutzgesetz. Es klärt, auf welche Art und Weise Eltern über die möglichen Unterstützungsangebote zur Erziehung und Entwicklung des Kindes informiert werden und gibt außerdem eine Basis für Netzwerke.

Es steht vor allen Dingen im Mittelpunkt, dass man problematische Familiensituationen früh erkennt und gegen sie angehen kann. Kitas und Kindertagespflegestationen sind dabei am stärksten gefragt und gefordert, was das frühe Erkennen häuslicher Gewalt anbelangt.

In verschiedenen Workshops ist es während des Fachtages besonders darum gegangen, welche Mittel und Wege der Früherkennung es gibt und wie man mit Verdachtsmomenten adäquat umgehen kann. Viele Erzieher haben schon Erfahrungen mit überforderten Eltern gemacht, die schlicht nicht wussten, wie sie sich ihren Kindern gegenüber verhalten sollten – dann ist es wichtig, genau hinzusehen und die Konsequenzen zu ziehen.

Dass dies ein sehr heikles Thema ist, das viel Sensibilität und Aufmerksamkeit erfordert, liegt auf der Hand. Neben aggressiven Eltern, die sich auf den Schlips getreten fühlen, wenn man sie in ihrem Tun kritisiert, gibt es auch aggressive Kinder, die Gruppen tyrannisieren und so oft verarbeiten, was ihnen daheim selbst widerfährt.

Bund, Länder, Kommunen und Land wollen und müssen nun stärker zusammenrücken, um die Missbrauchszahlen zu senken – die Pädagogen und Erzieher spielen bei diesem Unterfangen freilich eine Schlüsselrolle.

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