Gewalt gegen Frauen in Indien

Im Dezember vergangenen Jahres wurde eine junge Studentin in Indien Opfer eines brutalen Verbrechens. Die junge Frau war auf dem Weg nach New Delhi und wurde im fahrenden Bus von sechs Männern missbraucht und vergewaltigt. Danach wurde sie zusammen mit ihrem Begleiter aus dem Bus geworfen. Später starb die Physiotherapie-Studentin an schweren inneren Blutungen, die die Folgen der Vergewaltigung waren. Auch ihr Begleiter wurde von den Tätern missbraucht, überlebte jedoch mit schweren Verletzungen.

Eventuelle Todesstrafe für die Peiniger

In diesem Monat wurden die fünf mutmaßlichen Peiniger der indischen Studentin dem Gericht in Neu Delhi vorgeführt. Fünf der insgesamt sechs Beschuldigten droht die in Indien selten verhangene Todesstrafe. Bei dem sechsten mutmaßlichen Täter musste ein Knochentest durchgeführt werden, um die Richtigkeit seiner Angaben zu prüfen, da er behauptete, dass er minderjährig ist.

Gesellschaftlicher Aufschrei der Empörung

Die Vergewaltigung der jungen Frau löste in Indien eine heftige Reaktion aus. Nach Bekanntwerden des Verbrechens gab es vielerorts im Land zahlreiche heftige Proteste, bei denen sich viele Frauen zu Wort meldeten und ähnliche Vergehen beklagten. Scheinbar ist die brutale Vergewaltigung an der Studentin kein Einzelfall in Indien, denn es finden sich nun auch viele andere Frauen und Mädchen, die ebenso und sogar wiederholt sexuell belästigt und vergewaltigt wurden. Viele Frauen fordern nun einen besseren Schutz durch die Politik.

Misogynie in der indischen Gesellschaft

Inzwischen melden die Medien in Indien weitere aktuelle Fälle, bei denen Frauen Opfer schwerer Gewaltverbrechen werden. Die Einzelheiten sind erschütternd: es wurde unter Anderem von einem Fall berichtet, bei denen mehrere Schulmädchen von ihrem Lehrer und einem Wachmann der Schule vergewaltigt wurden. Bei der Diskussion, die die Verbrechen ausgelöst haben, melden sich Soziologen und Kriminalisten zu Wort, die nach der Ursache für dieses Phänomen in Indien suchen. Teilweise werden die Verbrechen durch den höheren Anteil an der Bevölkerung von Männern im Alter zwischen 15 und 35 Jahren erklärt.

Inzwischen wurde das Vergewaltigungsopfer von Neu Delhi eingeäschert und beigesetzt. Ihr Name wurde bislang nicht bekannt gegeben. In einem Interview erzählten die Angehörigen der verstorbenen Frau, dass sie in Neu Delhi ihre Träume verwirklichen wollte – von Bildung und besseren Zukunftschancen.

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