Hamburg saniert Frauenhäuser

Nachdem Unmengen an Geld in prestigeträchtige Neubauten in der Hafen City und an anderen exponierten Stellen in der Hansestadt errichtet wurden, fließt jetzt endlich wieder ein wenig Geld in wichtige Projekte.

Gerade beim Opferschutz, in diesem Fall von Frauen ist es doppelt nötig eine Umgebung zu schaffen, in der sie sich wieder wohl fühlen und einen neuen Abschnitt ihres Lebens beginnen können.
So werden demnächst alle 5 Hamburger Frauenhäuser schrittweise saniert. Die nötigen 730 000 Euro für die erste Bauphase sind bereits bewilligt worden, versicherte Sozialsenator Detlef Scheele (SPD).
Ende 2013 soll dann die erste Sanierungsphase von Toiletten, Heizungen, Fenstern und Fassaden abgeschlossen sein. Anfang 2014 geht es dann mit der zweiten Bauphase weiter in die rund 1,3 Millionen Euro investiert werden. Neben den Renovierungsarbeiten wird eines der Häuser auch einen Erweiterungsbau erhalten, um zu gewährleisten, dass die Kapazitäten der Auslastung angepasst werden können.

Jeder kann kommen

Das geschulte Personal hilft den Zufluchtsuchenden dabei ihre Lebenssituation neu zu ordnen.
Vier der fünf Frauenhäuser werden autonom geführt, während das fünfte unter der Leitung des Diakonischen Werk steht. Alle Adressen der Häuser sind streng geheim damit sich jeder der Frauen auch 100 Prozent sicher fühlen kann. Es gibt zwischen 30 und 61 Plätze pro Haus für Frauen, Mütter und ihre Kinder. Insgesamt 194 Menschen finden hier also Schutz, Hilfe und Geborgenheit.

Geld für einen guten Zweck

Was bleibt ist natürlich das jede Frau, egal ob einheimisch oder nicht, jeder Zeit kostenlosen, anonymen und unbürokratischen Unterschlupf finden kann.
Dies ist möglich da das Bundesland Hamburg ein neues Finanzmodel auf den Weg gebracht hat nach dem die Kosten für eine Frau aus einem anderen Land zurückerstattet werden können.
Insgesamt kostet der Betrieb dieser Frauenhäuser die Hansestadt Hamburg jährlich knapp zwei Millionen Euro. Allerdings haben auch im vergangenen Jahr 765 Frauen und 583 Kinder Zuflucht in einem Frauenhaus gefunden. 50 Prozent der Bewohnerinnen verlassen das Haus nach einer Woche wieder und nur ein Viertel der Frauen ist länger als drei Monate in der Einrichtung.
Die durchschnittliche Auslastungsquote lag bei 94,9 Prozent.

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